Peter und Paul – die beiden ganz großen Heiligen aus den ersten Tagen! Ausgerechnet die beiden!
Petrus der Wankelmütige mit der großen Klappe und Paulus der konvertierte Macher! Die beiden Streihähne! Zwei Männer, ohne die die Kirche nicht entstanden wäre – naja, oder ohne die etwas ganz anderes entstanden wäre.


Beide treffen im sog. Apostelstreit aufeinander und streiten um den richtigen Weg der Nachfolge mit gut bekannten Argumenten: das haben wir schon immer so gemacht – das geht am Kern der Botschaft vorbei. In der Frage der Beschneidung neuer Gemeindemitglieder kann es keinen Kompromiss geben. Gibt es auch nicht. Heidenchristen – also Christinnen und Christen, die nicht zuvor Jüdinnen und Juden waren – sind vollwertige Mitglieder der Gemeinde. Fertig.
Damit konnte der Auftrag Jesu „geht in alle Welt“ überhaupt erst Fahrt aufnehmen. Wir denken an diese beiden gemeinsam: den Augenzeugen und den Macher. Beides brauchen wir für unser Leben und für die Kirche: die Hüterinnen und Bewahrer der Tradition ebenso wie die Innovativen und Wagemutigen.
Innovativ und wagemutig klingt für uns natürlich viel spannender und besser als hüten und bewahren. Zu Unrecht, wie ich finde. Innovation entsteht dort wirksam und nachhaltig, wo sie ein gutes Fundament hat und Wagemut kann dort gelingen, wo es einen Rückzugsort gibt, wenn’s mal schief geht.
Zusammengebunden werden beide Pole von der frohen Botschaft und dem Auftrag Jesu und letztlich auch von einer neuen „Geschwisterlichkeit“, die diese frohe Botschaft erst möglich macht: dass wir bei allen Unterschieden und Meinungsverschiedenheiten nie aus dem Blick verlieren, dass Gottes liebevolle Zuwendung jeder und jedem von und in gleichem Maße gilt.
Es gibt schon gute Gründe, der beiden zusammen zu gedenken.
Text: Andrea Ludwig
Bild: canva.com





